Aus den Kommunenzurück

(GZ-18-2016)
Aus den Kommunen
Landshuter Kunstnacht:
 
Experiment mit erfreulichem Verlauf
 
Galerien, Kunstvereine sowie private, städtische und staatliche Museen und Institutionen öffneten im Rahmen der 12. Landshuter Kunstnacht ihre Türen. Tausende von Besuchern nahmen die zahlreichen Angebote gerne wahr.
 

Als die Landshuter Kunstnacht vor elf Jahren startete, war sie ein Experiment mit ungewissem Ausgang: Würde es für ein damals doch überschaubares kunstinteressiertes Publikum attraktiv sein, sich an einem Abend aufzumachen, das breit gefächerte und über die Innenstadt verteilte Angebot an Galerien, Kunstvereinen und Museen zu erkunden? Würde es sogar gelingen, einen größeren Kreis an Besuchern anzuziehen und auch über diesen Abend hinaus für die zeitgenössische Kunst zu gewinnen?

Steigende Besucherzahlen

Der Erfolg ist unübersehbar: Seit elf Jahren steigen die Besucherzahlen der Kunstnacht von Mal zu Mal, das Angebot ist so groß wie nie zuvor, und die „Kunstszene“ in Landshut ist entsprechend mitgewachsen. Auch weiterhin gilt dabei der Grundsatz: Nicht die sonst üblichen Zusatz-Events stehen im Mittelpunkt, sondern einzig und allein das visuelle Angebot der Kunsträume.

Die Galerie Rose beispielsweise zeigte eine Auswahl von Modellen Karl Reidels, die aus öffentlichen Wettbewerben hervorgegangen sind. Über sechzig Jahre schuf Reidel für bayerische Kommunen Kunstwerke für den öffentlichen Raum. Für seine niederbayerische Heimatstadt hat er aber wohl die meisten seiner Arbeiten für den urbanen Raum geschaffen.

Ironische Eingriffe in den Stadtraum

In der Neuen Galerie wurde im Rahmen der Kunstnacht die Ausstellung „Kunst ist ein Transportproblem“ eröffnet – mit Werken ehemaliger Studenten von Professor Wolfgang Ellenrieder aus Braunschweig. Dieser hat bereits 2004 beim Stadtjubiläum mit ironischen Eingriffen in den Stadtraum von sich reden gemacht. Ein Jahr später tauchte er mit einer überwältigenden Videoinstallation den Gotischen Stadel auf der Mühleninsel in den Widerschein einer Feuersbrunst. 2016 nun präsentierten sich am gleichen Ort seine früheren Studenten, inzwischen selbst anerkannte Künstler und über die Welt verstreut. Für diese Ausstellung mussten sie Arbeiten entwickeln, die per Post transportiert werden können.

Fotoausstellung

Die Ausstellung „Außer Betrieb“ von Stefan Bircheneder im Kunstverein Landshut e.V. zeigte wiederum Ölgemälde von verlassenen Industriekomplexen, wie beispielsweise Produktionsstätten, Schalträumen und Lagerhallen. Diese menschenleeren und einsamen Plätze faszinieren den Künstler nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre, die sie ausstrahlen, sondern auch aufgrund der Geschichten, die sie erzählen. Hat er schließlich einen neuen Ort entdeckt, so erkundet Stefan Bircheneder diesen zunächst einmal mit der Kamera.

Besondere Aura der Orte

Anhand der vorhandenen Fotografien entwickelt der Künstler später seine Kompositionen, die dem Betrachter die besondere Aura der Orte näher bringen sollen. Er setzt sich dabei mit den Motiven auseinander, versucht den Geist des Gebäudes zu erfassen und sinniert über die Umstände, die dazu beitrugen, dass aus einer Industrieanlage, einer belebten Arbeitsstätte, letzten Endes eine trostlose Ruine wurde. Die Abnutzung, der Verfall, das Verlassene: Diese Dinge machen ein Gebäude für den Künstler erst wirklich interessant, denn sie zeugen gleichsam von Schicksalen, geplatzten Unternehmensträumen oder Misswirtschaft.

Monumentale Plastiken

Vor acht Jahren waren die Landshuter Stadtresidenz und die Landshuter Altstadt Schauplatz einer der eindrucksvollsten Inszenierungen des Werkes des italienischen Bildhauers Giuseppe Spagnulo. Als Hommage an diesen großen europäischen Künstler, der vor wenigen Monaten verstarb und zur Erinnerung an die grandiose Präsenz seiner monumentalen Plastiken aus Eisen und Ton im Herzen Landshuts präsentierte LAProjects Bilder und Skulpturen aus einer Landshuter Sammlung - auch als ein Zeichen der Dankbarkeit für das Mäzenatentum, das solche Begegnungen mit der Kunst außerhalb des Museums möglich macht.

Werksüberblick

Im Skulpturenmuseum im Hofberg schließlich wurde in einer von Bildhauer Fritz König persönlich eingerichteten Ausstellung ein Überblick über sein gesamtes plastisches und graphisches Werk gegeben. Der 1924 geborene Künstler gehört zu den bedeutendsten Protagonisten der deutschen Skulptur der Gegenwart. In einem weiten, die sechzigjährige Schaffenszeit umfassenden Bogen wurden ausgewählte Kunstwerke ausgestellt, die die wesentlichen Motive im Werk umkreisen: Die Figur des Menschen im Spannungsfeld seiner Existenz, das von Liebe Tod und dem Bewusstsein der (eigenen) Vergänglichkeit bestimmt ist, stand dabei im Mittelpunkt.

DK

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