Aus den Kommunenzurück

(GZ-7-2018) 
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► Aktiv gegen den Ärztemangel:

 

Fünf Jahre Medizinische AKADemie Dillingen

 
GZ 2018 Dillingen

Von links: Dr. med. Gerald Quitterer (Präsident der Bayerischen Landesärztekammer), Dr. med. Doris Roller (Pradix), Dr. med. Wolfgang Fink (Pradix), Landrat Leo Schrell, Staatsministerin Melanie Huml, Dr. med. Alexander Zaune (Pradix), Chefärztin Dr.med. Ulrike Bechtel (Lehrkoordinatorin Medizinische AKADemie), Prof. Dr. med. Antonius Schneider (TU München), Dr. med. Dieter Geis (Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes e.V.), Dr. med. Wolfgang Krombholz (Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns KVB) und Prof. Dr. med. Pascal Berberat (TU München). RED

Exzellente Perspektiven bieten sich jungen Medizinern im Landkreis Dillingen. Dazu haben die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH, die niedergelassenen Ärzte, die TU München und die Politik bereits vor einigen Jahren gemeinsam neue Wege beschritten.

Nach der innovativen Idee von Chefärztin Dr. Ulrike Bechtel wurde vor fünf Jahren die Kreisklinik Dillingen von der Technischen Universität München als akademisches Lehrkrankenhaus anerkannt. Das bundesweit einmalige Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen, die medizinische AKADemie, wurde damit ein erfolgreiches Förderprojekt des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Leuchtturmprojekt

Die Erfolge des Projekts wurden nun in der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen in Anwesenheit der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, vorgestellt. Im Projekt sind die Hausärzte des Landkreises mit der Kreisklinik zentral in die medizinische Lehre eingebunden. Die Technische Universität unterstützt mit ihren Instituten für Allgemeinmedizin unter Leitung von Prof. Antonius Schneider und der Me- dizindidaktik unter Leitung von Prof. Pascal Berberat die Ausbildung der Studierenden.

 Das gemeinsame Konzept wird von der Politik als Leuchtturmprojekt für Deutschland bezeichnet, weil sich zahlreiche Studierende wegen der optimalen Aus- und Weiterbildungsbedingungen anschließend in der Region ihre ärztliche Berufstätigkeit aufnehmen. Die „jungen AKADemiker“ arbeiten inzwischen nicht nur in den hausärztlichen Praxen und Kliniken des Landkreises, sondern sorgen auch als Notärzte für die medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Ziel des Konzepts ist, dem sich in den ländlichen Regionen Deutschlands abzeichnenden Ärztemangel zu begegnen. In den Kliniken können offene Stellen oft nicht mehr besetzt werden. Auch in Bayern werden häufig Hausarztpraxen mangels Nachfolger geschlossen.

Konzept setzt Maßstäbe

Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: „Mit diesem Ausbildungskonzept wurden Maßstäbe gesetzt. Das Wichtigste ist aber, dass das Konzept bei denen ankommt, für die es gemacht ist, den Studierenden und den Ärzten. Mit dem Werben um Nachwuchs für den ländlichen Raum sollte man so frühzeitig wie möglich anfangen. Wenn ich mit Studierenden spreche, erlebe ich immer wieder, dass viele zu Beginn ihres Studiums durchaus Interesse am Land haben. Nicht selten sind das junge Menschen, die selber aus einer ländlichen Gegend stammen. Im Laufe von Studium und Weiterbildung verlieren wir zu viele dieser angehenden Mediziner. Das Dillinger Modell setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt.“

Für gleichwertige Lebensverhältnisse 

„Wir müssen gemeinsam darauf hinwirken, dass es zwischen den Ballungszentren und den ländlich geprägten Regionen kein Gefälle bei der wohnortnahen medizinischen Versorgung gibt. Vielmehr müssen bei der Schaffung künftiger Rahmenbedingungen sowohl der stationären wie der ambulanten medizinischen Versorgung gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Bayerns der Maßstab politischen Handelns sein,“ betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH, Landrat Leo Schrell.

Er freute sich über die jungen Mediziner, die in Dillingen ausund weitergebildet wurden und zahlreich bereits zur Verstärkung der niedergelassenen Ärzte tätig sind. Schrell dankte in diesem Zusammenhang allen im Praxisnetz Pradix vertretenen Ärztinnen und Ärzte für die erfolgreiche Kooperation und lobte die besondere Qualität der strukturierten Aus- und Weiterbildung in den Abteilungen der Kreisklinik.

„Zur Gewinnung von Nachwuchskräften und Nachfolgern, insbesondere für die Hausarztpraxen, und damit zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung leistet die medizinische AKADemie einen wichtigen BeiVon links: Dr. med. Gerald Quitterer (Präsident der Bayerischen Landesärztekammer), Dr. med. Doris Roller (Pradix), Dr. med. Wolfgang Fink (Pradix), Landrat Leo Schrell, Staatsministerin Melanie Huml, Dr. med. Alexander Zaune (Pradix), Chefärztin Dr.med. Ulrike Bechtel (Lehrkoordinatorin Medizinische AKADemie), Prof. Dr. med. Antonius Schneider (TU München), Dr. med. Dieter Geis (Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes e.V.), Dr. med. Wolfgang Krombholz (Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns KVB) und Prof. Dr. med. Pascal Berberat (TU München). r trag“, unterstrich der Landrat.

Das erfolgreiche Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen (AKADemie) will Staatsministerin Melanie Huml jetzt auf andere ländliche Regionen Bayerns mit einer nachhaltigen Finanzierung durch den Bayerischen Staatshaushalt ausweiten. Beteiligen sollen sich auch die Kassenärztliche Vereinigung, der Bayerische Hausärzteverband und die Landesärztekammer. „Die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen Bayerns kann nur durch entschlossenes und gemeinsames Handeln gesichert werden“, so Chefärztin Ulrike Bechtel. Neben allen lokalen Aktivitäten sei dafür grundlegend auch eine deutliche und rasche Ausweitung der Studienplatzkapazitä- ten für Medizin erforderlich.

Attraktiver Beruf 

Seit der Wende 1989 wurde das Angebot an Studienplätzen bundesweit drastisch reduziert. Der Bedarf an Ärzten steigt aber allein durch die demographische Entwicklung mit der Zunahme von älteren Menschen. Auch die eingeführten sinnvollen Arbeitszeitgesetze in der Medizin erfordern deutlich mehr ärztliches Personal für den Rundum-die-Uhr-Betrieb Krankenhaus. Jeder Patient möchte einen ausgeruhten Arzt antreffen. Und dann ist da noch die ständige Zunahme an Gesetzen, Vorschriften und Bürokratie: Ärztliche Arbeitszeit, die vor dem Computer verbracht wird, statt am Patientenbett. Trotzdem erfreut sich der ärztliche Beruf ungebrochener Beliebtheit.

„Wir haben so viele begabte Abiturienten, die gerne die Bevölkerung rund um die Uhr medizinisch versorgen möchten. Auch auf dem Land. Geben wir ihnen endlich ihre Studienplätze!“, so Chefärztin Bechtel: Die Bayerische Staatsregierung geht auch hier mit gutem Beispiel voran:

Sie schafft mit der neuen medizinischen Fakultät in Augsburg 252 neue Medizinstudienplätze.

Hurler

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