Aus den Kommunenzurück

(GZ-20-2017) 
Aus den Kommunen

 ► Tagung der bayerischen Krankenhausdirektoren in Bad Wörishofen:

 

Mehr Spielraum für Investitionen

 

Ein hervorragendes Forum für Führungskräfte und Entscheider bot einmal mehr die diesjährige Tagung der bayerischen Krankenhausdirektoren in Bad Wörishofen. Das Programm wartete mit einem informativen Querschnitt aktueller Themen auf: von der Gesundheitspolitik über Pflegepersonaluntergrenzen bis ITSicherheit und von Datenschutz bis Tarifrecht. Veranstalter waren die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) und die VKD-Landesgruppe Bayern.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verwies darauf, dass der Freistaat Bayern verlässlicher Partner der Krankenhäuser ist. Finanzministerium und kommunale Spitzenverbände hätten nunmehr eine Anhebung des Krankenhausförderetats für 2018 um 140 Millionen Euro auf rund 643 Millionen beschlossen. Dies sei ein starkes gesundheitspolitisches Signal für die Krankenhäuser, vor allem aber auch für die Patienten in Bayern und schaffe zusätzlichen finanziellen Spielraum für notwendige Investitionen.

„Klar ist: Wir brauchen auch in Zukunft ausreichend Finanzmittel für die Modernisierung unserer bayerischen Krankenhäuser“, fuhr Huml fort. Nur mit zeitgemäßen Gebäuden und einer modernen Infrastruktur in den Kliniken könnten die qualitativ hochwertige und flächendeckende stationäre Versorgung der Menschen im Freistaat aufrechterhalten und die Herausforderungen des medizinischen Fortschritts bewältigt werden.

Auch hat sich die Ministerin zum Ziel gesetzt, die IT-Sicherheit in den bayerischen Krankenhäusern weiter zu verbessern: „Patientendaten sind äußerst sensible Daten von einem Menschen. Der Schutz der IT-Systeme für alle Krankenhäuser muss daher mit hoher Priorität vorangetrieben werden.“

Um die Krankenhäuser zu unterstützen, beabsichtige die Bayerische Staatsregierung, im Rahmen der Initiative „Bayern digital II“ ein Projekt zum Thema „Smart Hospital“ zu initiieren. Ziel soll sein, ab 2018 zunächst Erkenntnisse über den Stand der IT-Ausstattung und IT-Anwendung insbesondere im Bereich der Sicherheitstechnik in den bayerischen Krankenhäusern zu gewinnen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Risiken durch Cyber-Attacken

Huml warnte: „Die Risiken durch Cyber-Attacken dürfen nicht unterschätzt werden. Denn selbstverständlich nutzen auch Krankenhäuser digitale Medien längst zur internen und externen Kommunikation. Klar ist zudem: Bei einem Krankenhausaufenthalt entstehen sehr sensible und persönliche Daten – zum Beispiel Diagnosen, Untersuchungsergebnisse und Therapieempfehlungen. Auch deshalb ist es Aufgabe der Krankenhäuser, ausreichend Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.“

Landrat Thomas Reumann, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Berlin, kritisierte die von Koalition und Ländern geplante Einführung von Anhaltszahlen für die Personalbesetzung in der Pflege. Diese gehe weit über den akzeptablen Rahmen hinaus. Vor allem gelte dies für starre Vorgaben im Nachtdienst.

Wie Reumann betonte, sei der Personalbedarf nicht schematisch festlegbar, sondern vielmehr abhängig von den Erkrankungen und dem Alter der Patienten, dem Personalmix und den baulichen Bedingungen in den Häusern. Außerdem müssten derartige Vorgaben die Alltagsprobleme des Personaleinsatzes wie Ausfall durch Krankheiten und vorübergehende Vakanzen berücksichtigen.

Auch sei zu berücksichtigen, dass die Arbeitsmärkte für Pflegekräfte leer gefegt sind. Objektiv Unmögliches dürfe von den Krankenhäusern nicht verlangt werden, sei doch die Patientenversorgung gefährdet, wenn Klinikabteilungen oder Stationen geschlossen werden müssten.

Aufgrund der Personalnot belastet das Arbeiten im Krankenhaus extrem, die Krankheitsquote vor allem bei psychischen Erkrankungen ist überdurchschnittlich hoch. „Die Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung übernehmen“, forderte Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für das Gesundheitswesen. Die Arbeit müsse so organisiert werden, dass die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet wird.

Am Rande der Tagung demonstrierten mehrere hundert Pflegekräfte für mehr Personal in den Krankenhäusern. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu der Demo aufgerufen. Nach deren Erhebungen fehlen in bayerischen Kliniken bis zu 21.000 Stellen, 10.000 allein in der Pflege. Neben Bad Wörishofen fanden auch in Augsburg, Günzburg, Dachau und Bamberg Protestaktionen statt. Zudem streikten an der Kreisklinik Günzburg-Krumbach und am Augsburger Klinikum die Pflegekräft

DK

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