Aus den Kommunenzurück

(GZ-12-2017) 
Aus den Kommunen
 Landkreis Donau-Ries:
 
10 Schulen für Afrika
 
Bevölkerung untersützt die Aktivitäten von Minister Dr. Gerd Müller und Landrat Stefan Rößle

12 2017 Donau Ries

Das Ziel, für Menschen, die in Not ihre Heimat verlassen wollen, Bleibeperspektiven zu Hause zu entwickeln, verbindet (v.l.): Landrat Stefan Rößle, Reisebüro-Inhaber Gunter Freissle, Reiner Meutsch von der Stiftung Fly & Help, Mertingens Bürgermeister Albert Lohner und Josef Keller aus Genderkingen.

Zehn neue Schulen wird es in den ärmsten Regionen Afrikas innerhalb kürzester Zeit geben – finanziert ausschließlich aus den Spenden der Bevölkerung im Landkreis Donau-Ries. Das Engagement von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, für die Menschen in Krisen- und Armutsregionen Bleibeperspektiven in ihrer Heimat zu entwickeln, veranlasste Landrat Stefan Rößle, den schwäbischen Minister tatkräftig zu unterstützen.

Journalisten applaudieren nicht. Das ist eherne Regel der ihrem Berufsethos verpflichteten Reporter. Sie berichten. Objektiv. Trotzdem durchbrachen sie dieses Prinzip kürzlich am Flugplatz in Genderkingen. Zu berührend waren die Ausführungen von Landrat Rößle und seinen Mitstreitern, die in kürzester Zeit für die Finanzierung von zehn Schulen in Afrika sorgten. Eine davon stiftet der Landrat aus der eigenen Tasche.

Den Anstoß gab für Rößle zum einen die große Anzahl von Flüchtlingen, die auch in seiner Region angekommen waren; vor allem aber waren es immer wieder die eindringlichen und mitreißenden Worte von Bundesminister Dr. Gerd Müller, der bei jeder Gelegenheit Gleichgesinnte sucht, die gemeinsam mit ihm alles daran setzen, für notleidende Menschen  Hilfe zur Selbsthilfe in ihrer Heimat zu gestalten, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen und ihre Lebenssituation zu verbessern.

„Das ganze Gerede hilft gar nichts“, sagte der Landrat. „Uns ist klar, dass wir konkrete Hilfe leisten müssen. Und die Bildung, ist eine der herausragendsten Voraussetzungen dafür. Deshalb machen wir jetzt die Schulen.“

Stiftung Fly & Help

Für Rößle ist es wichtig, dass jeder Cent, der gespendet wird, vor Ort ankommt. Welch’ ein Glück, dass ihm in Reiner Meutsch ein Partner begegnete, der aus seinem Vermögen alle administrativen Ausgaben für seine Stiftung „Fly & Help“ ( www.fly-and-help.de ) begleicht, mit der er in wenigen Jahren weltweit schon an die 150 Schulen errichtete.

Fly & Help ist eine der Partnerorganisationen für das Landratsamt in Donauwörth, über die die gemeinsame Hilfe der Region an der Donau organisiert wird. Für Schulbauprojekte in Burkina Faso wurde vom Amt ein Spendenkonto eingerichtet (IBAN DE38 7225 0160 0020 0600 00; Stichwort: „Spende – Eine Welt“). Nach rechtlicher Prüfung und Zustimmung der zuständigen Ministerien ist es dem Landratsamt möglich, dass es für diese Spendengelder auch Spendenbescheinigungen ausstellt.

Allein für die Projekte in Burkina Faso, die vom ehemaligen Bundeswehroffizier Josef Keller aus Genderkingen betreut werden, fehlen noch 115.200 Euro. „Bei 130.000 Einwohnern im Landkreis enfällt auf jeden Bewohner ein Euro. Das werden wir doch schaffen“, sagt der Landrat. Begonnen wurde schon mit dem Bau einer Donauwörther Schule, die den Namen Heinrich Freissle Schule erhalten wird, weil die Familien Grenzebach und Freissle Hauptsponsoren des Projekts sind. Die Schule ist schon fertig gestellt und wird im Februar 2018 offiziell eingeweiht. 1.200 Schüler werden dort dann von 37 Lehrern unterrichtet.

Die Schule in Malawi für 726 Schüler übernimmt Rößle als Privatperson. Bisher werden dort nur 160 Kinder unter einem Strohdach unterrichtet. In einem Klassenzimmer sitzen sie eng aneinander auf dem Boden. Bürgermeister Albert Lohner ist es gelungen, seine Gemeinde Mertingen für die Unterstützung einer Schule in Namibia zu gewinnen. Auch hier kommt alles Geld aus Spenden.

Zwei weitere Schulen sind in Taliere und in Boussera geplant. Auch dort gibt es bisher nur Notschulen. Außerdem soll im Hotel Maternel eine Außenküche errichtet werden. Bei der Einrichtung handelt es sich um eine Aufnahmestation für ausgesetzte und in Gefahr gekommene Kinder vom Säuglingsalter bis 15 Jahre.

Die Anwesenheit von Reiner Meutsch im Landkreis nutzten die Kommunalpolitiker, um Gespräche mit weiteren möglichen Kooperationspartnern zu führen. Es ist davon auszugehen, dass mindestens fünf weitere Schulbaumaßnahmen in Afrika unterstützt werden. Deshalb gab Landrat Rößle das Ziel aus, bis 2020 insgesamt zehn Schulen in Afrika über Bürgerspenden, Sponsoren und Projektpartner aus dem Landkreis Donau-Ries zu bauen.

Neben den Schulbaumaßnahmen gibt es weitere Entwicklungshilfeprojekte im Rahmen der kommunalen Partner- und Patenschaften, insbesondere in Afghanistan und Jordanien.

Für Landrat Rößle geht es jetzt darum, weitere Mitkämpfer für die gute Sache zu finden. Als Landesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung will er seine Kommunalpolitiker-Kolleginnen und -Kollegen dafür gewinnen, ihrerseits Dr. Gerd Müller zu unterstützen. Die guten Beispiele sollen schnell Schule machen – weit über alle Parteigrenzen hinaus.

RED

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