Führungswechsel im Haus der Bayerischen Geschichte: Auf Grimm folgt Loibl
Freitag, 20. Juli 2007
Dr. Richard Loibl übernimmt die Leitung des Hauses der Bayerischen Geschichte und tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Claus Grimm, dem langjährigen Direktor der Einrichtung, an. Die Amtsübergabe gab Kunstminister Thomas Goppel in Augsburg bekannt.

  
Goppel betonte, dass es gelungen sei, mit Richard Loibl eine „ausgezeichnete Besetzung für das Haus der Bayerischen Geschichte“ zu finden. Loibl verfüge über eine hohe wissenschaftliche Qualifikation und eine breite praktische Erfahrung als Ausstellungsmacher. „Loibls Tätigkeit am Institut für bayerische Geschichte der Universität München und eine Reihe qualifizierter Veröffentlichungen weisen ihn als Kenner der bayerischen Landesgeschichte aus“, sagte Goppel.

Zugleich würdigte der Minister die Verdienste von Prof. Dr. Claus Grimm für das HdBG. „In den 24 Jahren seiner Leitung wurde das Haus der Bayerischen Geschichte zu einem vitalen Motor im kulturellen Leben unseres Landes. Gerade mit den Landesausstellungen gelang es ihm, geschichtliche Themen im Allgemeinen sowie bayerische Kultur und Tradition im Besonderen weit über die Grenzen Bayerns hinaus den Menschen nahe zu bringen“, hob der Minister hervor. Claus Grimms Ausstellungsgestaltungen belegten eindrucksvoll, dass sich Anschaulichkeit und Wissenschaftlichkeit nicht ausschließen.

Der 1940 geborene Kunsthistoriker arbeitete nach seiner Promotion 1969 und seiner Habilitation 1978 als Privatdozent an der Universität München. 1984 erfolgte der Ruf als Professor an die Universität Konstanz. 1990 übernahm Grimm eine außerplanmäßige Professur an der Universität München. Mittelpunkt seiner Arbeit blieb jedoch die Leitung des Hauses der Bayerischen Geschichte, als dessen erster Direktor er 1983 bestellt wurde.

Unter Grimm profilierte sich das Haus insbesondere mit landesweiten Veranstaltungen und didaktisch wertvollen Präsentationen als bedeutende Bildungseinrichtung. Seit 1984 finden jährlich Schwerpunktausstellungen - seit 1990 als Bayerische Landesausstellung - statt, in denen die kulturelle Vielfalt Bayerns und Frankens und die Einbettung der Geschichte des Landes in den Kontext europäischer Geschichte dargestellt wird. Für seinen Einsatz in der Darstellung von Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte Bayerns wurde Prof. Grimm 2006 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. DK (GZ-14-07)