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Kommunalpolitik im Zeitalter der Apps und Phones |
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Freitag, 13. Mai 2011 |
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Liebe Leserinnen und Leser,
während wir immer noch ängstlich darüber diskutieren und nachdenken, ob sich der Einsatz moderner Medien mit dem Datenschutz vereinbaren lässt oder diese über Viren unsere EDV-Anlagen lahmlegen könnten, wickeln andere schon seit Jahren hocheffizient die komplette Terminplanung, einen Teil des Schriftverkehrs (z.B. über Quick-Office) und sämtliche e-Mails über digitale Netzwerke ab.
Sie lesen damit die Tageszeitung, checken das Wetter oder hören sich auf Bayern 3 und der Tagesschau die aktuellen 100-Sekunden-Nachrichten an. Städte und Fremdenverkehrsorte, die mit der Zeit gehen, präsentieren sich heute mit einer eigenen „App“, bieten einem Touristen alle Informationen vor Ort passgenau und rund um die Uhr über das mobile Internet an. „Das ändert alles. Wieder einmal“, lautet der Werbeslogan eines bekannten Herstellers und dem ist nur zuzustimmen. „Apps“ waren auch das tragende Thema der CeBIT 2011 in Hannover.
Durch den UMTS-Ausbau und die LTE-Technik (Turbointernet genannt) haben erstmals auch ländliche Regionen die Möglichkeit, mobile Computeranwendungen verstärkt einzusetzen. Wir sollten sie nutzen, die zahlreich angebotenen Smartphones und die damit verbundenen Vorzüge in der Bewältigung unserer Aufgaben, privat und dienstlich, nicht zuletzt auch um dem Papierkrieg soweit möglich abzuschwören und um vor allem Zeit und Geld zu sparen.
Über 100.000 Apps gibt es allein im „Apple-Store“ und mindestens die gleiche Anzahl dürfte noch einmal für die anderen rund 1.000 Smartphonanbieter dazukommen. Das ist ein gigantischer Markt und wie ich meine, auch eine faszinierende Technik für die kommunale Selbstverwaltung und unsere Spitzenverbände.
Nach persönlicher Einschätzung dürfte bereits mehr als die Hälfte aller bayerischen Kommunalpolitiker mit den neuen „Zugpferden der IT-Branche“ ausgestattet sein. Sie alle sind auf einen möglichst schnellen und zuverlässigen Informationsfluss angewiesen, sehen darin ein großes Potential im direkten Austausch von Bürgern und Verwaltung, der jetzt über Videotelefonate sogar auch von Angesicht zu Angesicht möglich ist.
Die Meldung von Schlaglöchern, defekten Geräten auf Spielplätzen oder beschädigten Verkehrseinrichtungen kann sofort und direkt mit Bildanhang über die „Bürger-App“ an den Rathauschef, den Bauhofleiter oder die Polizei gerichtet werden. Dazu bedarf es nur weniger Klicks. Smartphones verfügen außerdem über eine unglaublich scharfe Auflösung, so dass sich die produzierten Bilder und Videos zur Weiterverwendung bestens eignen. In Kürze soll es auch einen leistungsfähigen Beamer im Taschenformat geben, der in Kombination mit dem Telefon bei Präsentationen (z. B. Bürgerversammlungen, Gemeinderatssitzungen und Workshops) schnell und vor allem kabellos eingesetzt werden kann.
Nicht zuletzt ist davon auszugehen, dass Smartphones bei anstehenden Wahlentscheidungen eine noch größere Rolle spielen werden. Mobiles Networking hat sich zu einem Mega-Bedürfnis entwickelt, das Minirathaus in der Hosentasche ist längst Realität geworden. Die „CSU-App“ hat es uns vorgemacht, wir sollten diesem Beispiel des modernen Informations- und Kommunikationsaustausches schnell folgen.
Ihr
Heinrich Lenz
(GZ-10-2011)
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