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Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller: Der Klimawandel stellt Bürger, Städte und Gemeinden in Bayern vor große Herausforderungen. Aber bietet er auch Chancen und „gute Aussichten für morgen“?
Im Rahmen des jüngsten Klima-Symposiums der Versicherungskammer Bayern erläuterte Dr. Markus Söder, Umweltminister und Schirmherr der Veranstaltung, die bayerische Klimastrategie. Dr. Robert Heene, Vorstandsmitglied der Versicherungskammer Bayern, gab Antworten zum Klimawandel aus Sicht eines Versicherers. Für lokales Handeln und einen positiven Umgang mit dem Klimawandel plädierte der Meteorologe Sven Plöger.
„Bayern regenerativ“
Der Schutz des Klimas ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. „Bayern nimmt die globale Erwärmung sehr ernst. Mit dem Klimaprogramm 2020 haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt“, so Söder. Der Freistaat investiert mit dem Klimaprogramm 2020 von 2008 bis 2011 insgesamt eine dreiviertel Milliarde Euro - mehr als jedes andere Bundesland. Die bayerische Klimastrategie beruht auf drei Säulen: Minderung des Treibhausgasausstoßes, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und Klimaforschung. Schon heute liegt der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß von energiebedingtem CO2 im Freistaat bei unter sechs Tonnen und damit rund 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt. Auch mit dem Anteil erneuerbarer Energien von 25 Prozent an der Stromversorgung liegt Bayern vorne; im Bundesdurchschnitt sind dies lediglich 16 Prozent. Söder: „Unser bayerisches Zukunftsrezept heißt ‘Bayern regenerativ’.“
„Voraus denken - elementar versichern“
Die Bayerische Staatsregierung informiert in der Öffentlichkeitskampagne „Voraus denken - elementar versichern“ zusammen mit der Versicherungswirtschaft über Naturgefahren und die Absicherung gegen Elementarschäden. Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Homepage www.elementar-versichern.de. „Wir wollen dazu beitragen, das Bewusstsein der Bevölkerung vor den zunehmenden Elementargefahren zu schärfen. Denn viele sind sich der Gefahren nicht bewusst oder unterschätzen sie“, sagte Heene.
Bei der Absicherung des eigenen Hauses herrsche offensichtlich ein geringeres Risikobewusst-sein, als zum Beispiel für das Auto. Elementargefahren stellen aber für alle Hausbesitzer ein Existenzrisiko dar. „Da es jeden treffen kann, sollte der Schutz vor Elementargefahren zum Basisschutz jedes Gebäudes gehören“, so Heene. Die Versicherungskammer Bayern bietet eine Wohngebäudeversicherung mit KlimaKasko an und damit einen Rundumschutz für das Gebäude. Die Police leistet für Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel sowie bei allen weiteren Elementargefahren wie Überschwemmungen, Starkregen, Schneedruck, Schneelawinen, Erdrutschen, Erdfall und Erdbeben.
Nur rund 7 Prozent der Bürger in Bayern haben gegen die Elementarisiken eine Versicherung abgeschlossen. Versicherbar sind derzeit über 99 Prozent. Für den verbleibenden Rest gibt es individuelle Lösungen. Allerdings wird es auch in Zukunft weiterhin wenige Einzelfälle geben, für die es keine wirtschaftlich sinnvolle Versicherung geben wird.
Lokal handeln
„Beim Thema Klimawandel müssen wir zwar global denken, aber lokal handeln“, meinte Sven Plöger, TV-Moderator und Wetter-Experte. Erfolgreiche Beispiele für einen lokalen Klimaschutz präsentierten die Referenten des 6. Klima-Symposiums der Versicherungskammer Bayern. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Chancen ergreifen – Risiken minimieren“ und stellte die Kommunen in den Mittelpunkt. Die Praxis-Beispiele zeigten, wie bayerische Gemeinden und Städte sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen und langfristige Maßnahmen für den Klimaschutz vor Ort erfolgreich umsetzen.
Arno Zengerle, Bürgermeister der Gemeinde Wilpoldsried stellte beispielhaft das Klimaschutz-Leitbild „WIR (Wildpoldsried Innovativ Richtungsweisend) übernehmen Verantwortung“ vor. Ihrem Ziel, bis 2020 den Gesamtenergieverbrauch zu 100 Prozent aus regenerativen Energien zu erzeugen, nähert sich die Gemeinde zusammen mit ihren Bürgern stark an.
Wildpoldsried erzeugt bereits heute mit Windkraft, Photovoltaik, Biogas und Wasserkraft drei mal soviel Strom wie benötigt wird. Den Ausbau des Wärmebereichs treibt die Gemeinde weiter voran. Ein Biomassekessel mit Nahwärmenetz funktioniert als „Dorfheizung“ und beheizt alle kommunalen und öffentlichen Gebäude, einen Gewerbebetrieb sowie 30 private Anwesen mit etwa 100 Wohnungen.
Um weitere Kapazitäten für Erweiterungen zu erhalten wird die Abwärme eines Biogas-Blockheizkraftwerkes in das Netz eingespeist. Insgesamt investierten Gemeinde und Bürger bisher rund 23,5 Mio. Euro in den Klimaschutz. Davon ging etwa die Hälfte als Aufträge an Allgäuer Firmen. Dem stehen mittlerweile jährliche Einnahmen durch Energieerzeugung in Höhe von ca. 3,5 Mio. Euro gegenüber. Dies ist eine enorme Wertschöpfung für die Gemeinde und ihre Bürger.
Alle Vorträge sind unter www. vkb.de (-> über uns -> Klima-Symposien -> Klima-Symposium 2011) als Download abrufbar.
GZ-05-2011
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