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Bayerns Kommunen setzen auf das Bausparen Drucken E-Mail
Dienstag, 15. Februar 2011

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Vorsorge für die Sanierung: Die Stadt Bad Tölz setzt auf einen Bausparvertrag über eine Summe von vier Millionen Euro, um ihr Rathaus auf modernen Stand zu bringen.  Foto: Stadt Bad Tölz


Mit einem Bausparvertrag können sich Gemeinden, Landkreise und kommunale Unternehmen historisch niedrige Zinsen langfristig sichern – und dennoch flexibel bleiben, wenn sie  Neubauten und Modernisierungen von Schulen, Rathäusern oder Kliniken finanzieren müssen. Deshalb verzeichnet die LBS Bayern derzeit die größte Nachfrage nach kommunalen Bausparverträgen seit ihrer Gründung.

Die Zinsen sind niedrig – doch wie lange noch? Diese Frage stellt sich nicht nur privaten Bauherren und Immobilienfinanzierern, sondern auch Kommunen. Angesichts des permanenten Investitionsbedarfs ist es gerade für Städte, Gemeinden und Landkreise unerlässlich, sich – je nach Zinseinschätzung – zu positionieren. Eine Alternative gibt es ohnehin nicht. Denn auch wer keine Maßnahmen trifft, agiert am Kapitalmarkt: Er setzt auf anhaltend niedrige oder sogar fallende Zinsen. Wenn man aber – wie viele Experten – davon ausgeht, dass die Zinsen in der Zukunft steigen werden, ist es sinnvoll, das derzeit günstige Zinsniveau langfristig zu sichern. Immer mehr Kommunen entdecken dafür das Bausparen als passendes Instrument.

Rekordsumme

Kommunen und kommunalnahe Unternehmen im Freistaat haben im Jahr 2010 bei der LBS Bayern Bausparverträge mit einer Summe von rund 190 Millionen Euro abgeschlossen. Das ist der höchste Wert, den die Landesbausparkasse je binnen eines Jahres in diesem Segment erzielt hat. Seit Jahren nimmt das Interesse massiv zu. Während die Bausparsumme der neu abgeschlossenen Verträge im kommunalen Geschäft der LBS Bayern 2001 noch bei rund 12 Millionen Euro lag, stieg sie bis 2005 auf fast 100 Millionen Euro und hat sich bis heute etwa versechzehnfacht. Seit 2001 sind so insgesamt über eine Milliarde Euro von Kommunen investiert worden.

Ähnlich wie private Haushalte können auch Städte, Gemeinden, Landkreise und kommunale Unternehmen einen Bausparvertrag nutzen, wenn sie zum Beispiel Rathäuser, Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, Feuerwehrgebäude und Kliniken modernisieren oder neu bauen wollen. Stehen entsprechende Projekte im Rahmen der mittelfristigen Investitionsplanung an, lassen sich dafür mit einem Bausparvertrag zuverlässig Rücklagen bilden. Diese werden in der Ansparphase verzinst. Gleichzeitig wird der Anspruch auf ein besonders günstiges Bauspardarlehen (derzeit ab 2,32 Prozent effektivem Jahreszins) in der Zukunft erworben. So kann das aktuell historisch niedrige Zinsniveau langfristig gesichert werden. Das gewährt große Planungssicherheit, bietet aber zusätzlich volle Flexibilität. Denn das Darlehen muss nicht in Anspruch genommen werden.

Spielraum schaffen

Sollten die Zinsen doch nicht steigen, steht es dem Bausparer frei, sein Darlehen zu einem späteren Zeitpunkt oder gar nicht abzurufen. So können Städte, Gemeinden, Kreise und ihre Unternehmen nicht nur für konkrete Projekte finanziell vorsorgen, sondern sich auch für mögliche Maßnahmen in der Zukunft Spielraum schaffen. Denn beim Bausparen können niedrige Zinsen gesichert werden, auch wenn der Liquiditätsbedarf erst in einigen Jahren entsteht. „Mit der Entscheidung für einen kommunalen Bausparvertrag legt unsere Gemeinde eine solide Basis für künftige Investitionen“, erklärt Hans Prechtl, Bürgermeister der Gemeinde Stulln (Kreis Schwandorf), die im vergangenen Herbst einen Kommunalbausparvertrag über 500.000 Euro abgeschlossen hat. „Die monatlichen Sparbeiträge sind für uns überschaubar und die niedrigen Darlehenszinsen für die Zeit nach der Zuteilung des Vertrags gesichert.“

Tilgungen sind möglich

Sind kurzfristig Baumaßnahmen erforderlich, kann der kommunale Bausparvertrag mit einer Vorfinanzierung verbunden werden. In diesem Fall wird der Vorfinanzierungskredit tilgungsfrei gestellt und gleichzeitig ein Bausparvertrag bespart. Ist dieser zuteilungsreif, löst er die Vorfinanzierung ab. An ihrer Stelle kann dann das günstige Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden. Auch Kombinationen mit Darlehen von Sparkassen oder Förderbanken wie der BayernLabo oder der LfA Förderbank Bayern sind möglich. Zudem kann das Bausparen dazu genutzt werden, bereits bestehende Kredite später abzulösen. In jedem Fall gilt: In der Darlehensphase des Bausparvertrags sind jederzeit in beliebiger Höhe Tilgungen möglich – und das ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

„Die teils angespannte Haushaltslage der Kommunen erfordert es, Belastungen durch Zins- und Tilgungsleistungen für Kredite auf mehrere Jahre hinaus möglichst genau zu planen. Dafür ist ein Bausparvertrag ein ideales Instrument, das es zudem erlaubt, das derzeit historisch niedrige Zinsniveau auf viele Jahre zu sichern“, erklärt Hermann Litz, Leiter des LBS-Kommunalgeschäfts. Das Interesse an dieser Finanzierungsform wird seiner Ansicht nach weiter wachsen.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Urbanistik werden Städte und Gemeinden bundesweit 2011 etwa 31,1 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur investieren. Gleichzeitig besteht der Studie im Auftrag der KfW Bankengruppe zufolge ein hochgerechneter Investitionsrückstand von 75 Milliarden Euro, der in der Zukunft anfallen wird.

Werben mit  Sonderkonditionen

Die LBS Bayern sieht darin auch erhebliches Potential für das kommunale Bausparen und wirbt mit Sonderkonditionen um Städte, Gemeinden und Landkreise. So genießen sie den Vorteil einer halbierten Abschlussgebühr und eines Darlehensnachlasses von zwei Prozent. Es müssen also nur 98 Prozent des Darlehens zurückgezahlt werden. „Als Bausparkasse der Sparkassen verfügen wir über eine natürlich gegebene Verbindung zu den Gemeinden und sehen es als eine wichtige Aufgabe an, nicht nur die Bevölkerung bei privaten Neubau- und Modernisierungsprojekten zu
unterstützen, sondern auch den Kommunen als zuverlässiger Finanzierungspartner zur Seite zu stehen“, so Hermann Litz.

GZ-03-2011

 
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