Home arrow Neues von Sabrina arrow Street View und der Datenschutz
+ + + GZ-Twitter + + + | GZ_AKTUELL: 6. Energieforum der Bayerischen GemeindeZeitung: Die Einladung als PDF inklusive aller Vorträge und Partner gibts... http://t.co/mc1B2Wk0aI | GZ_AKTUELL: Innovation findet sich überall dort, wo über das Bestehende hinaus gedacht wird. Das gilt jedoch nicht nur für... http://t.co/WkAA7gDFim | GZ_AKTUELL: Große Nachfrage nach Wohnraum in Bayern: ?Kommunen müssen viel mehr Baugrund ausweisen?... http://t.co/4T6SWCMVzv | GZ_AKTUELL: Der Freistaat Bayern plant als Beitrag zum Klimaschutz unter anderem, bis 2021 den Wärmebedarf in öffentlichen,... http://t.co/6zkSQV9fY8 | GZ_AKTUELL: Gewerbestandortentwicklung als Zukunftsaufgabe - Wirtschaftsförderer der Metropolregion München trafen sich in... http://t.co/OSCwpYq2JS | + + + GZ-Twitter + + +
Street View und der Datenschutz Drucken E-Mail
Neues von Sabrina - GZ-6-10
Donnerstag, 18. März 2010

sabrina.jpgGestern hat mein Chef gesagt ...

„Wenn es irgendwo in Urumqi, Taschkent oder Omaruru einen Internet-User interessiert, wie es bei uns ums Rathaus herum ausschaut, dann soll er es sich doch in Gottes Namen ansehen können.“

  
Mein Chef, der Bürgermeister, argumentierte im Stadtrat gegen den Antrag einer Bürgerinitiative, die die Stadt aufforderte, der Veröffentlichung von Bildern aus dem Städtchen durch Google Street View zu widersprechen..
Da haben einige Leute, die ansonsten bedenkenlos ihre persönlichen Daten für die paar Glasperlen aus Rabattkartenprogrammen frei zu Markte tragen, die Parole nachgeplappert „Vorsicht vor big brother Google“, weil der angeblich den Datenschutz gefährdet. Dabei ist Street View eigentlich eine clevere Sache: Wer mit Hilfe von Google Maps eine bestimmte Adresse sucht oder sich auf einem Stadtplan von Punkt A nach Punkt B leiten lassen will, der kann neben dem Karteneintrag auch eine Ansicht der Umgebung des Ziels bzw. der Strecke auf Oberflächenniveau aufrufen. Virtuell steht man also zum Beispiel auf unserem Marktplatz, sieht das Rathaus und kann sich dann per Mausklick um 360° drehen. Nach und nach tauchen das Obere Tor, das Kaufhaus, das Stadtmuseum, die Alte Post auf, man erkennt im Winkel unsere Pfarrkirche und schwenkt dann wieder auf das Rathaus. Perfekt.

Möglich wird dies, weil die Plätze und Straßen der Stadt systematisch fotografiert werden. Und da liegt des Pudels Kern. Viele Leute fühlen sich in ihrer Intimsphäre verletzt, weil sie möglicherweise zu einem unbestimmten Zeitpunkt an irgendeinem Ort möglicherweise geknipst und dieses Foto gegebenenfalls per Street View jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich sein könnte. Obwohl Gesichter, Autokennzeichen und sonstige individuelle Merkmale von Google verzerrt werden. Ich sage nur: Dann muss man auch allen japanischen und sonstigen Touristen, die in unser idyllisches Städtchen kommen, die Digitalkameras und Camcorder am Ortseingang abnehmen. Die schießen Bilder wie die Wilden und lichten im Laufe einer Sommersaison mindestens die Hälfte der Bevölkerung mehrmals als Beiwerk (Passanten, Einkäufer oder Flaneure) auf ihren Fotos von Rathaus, Stiftskirche und Stadtschloss ab. Ich möchte nicht wissen, wie viele dieser Bilder auf Facebook und Co. oder privaten Familienseiten landen.

Aber bei Google wird, warum auch immer, etwas Böses unterstellt. Vielleicht, weil die Firma mit dem neuen Dienst Geld verdienen will? Na und – wenn sie eine gute und sinnvolle Dienstleistung anbietet, dann soll sie auch was dafür kriegen. So ist es mit Google Earth ja auch, der Draufsicht auf die Welt bis hin in jedes einzelne Dorf. Es war doch die Revolution für Häuslekäufer, dass man heute vom Makler nicht nur ein Foto vom Haus und einen Grundriss gezeigt bekommt, sondern schon in der Phase des Sichtens der Angebote wie aus dem Heißluftballon über dem Objekt schweben und sich ein Bild von der Umgebung und Nachbarschaft machen kann.

OK, Google hat auch was für seinen schlechten Ruf getan. Das Vorhaben, die Bestände ganzer Bibliotheken ohne Rücksicht auf Urheberrechte einzuscannen und dann in einer digitalen Bibliothek zugänglich zu machen, war dreist, ja unverschämt. Aber der Gedanke als solcher, praktisch alle Bücher der Welt irgendwann einmal digital zur Verfügung zu haben und ohne Rücksicht auf Zeit, Ort oder Erhaltungszustand lesen zu können, hat doch was Faszinierendes. Ich glaube, die Gegner neiden Google neben dem phänomenalen geschäftlichen Erfolg vor allem, dass diese Leute super Ideen einfach etwas früher als andere haben und dann auch umsetzen.

Mein Chef, der Bürgermeister jedenfalls diskutiert hart mit den Street View-Gegnern. Jeder kann ja die Löschung des Bildes seines Hauses beantragen, aber die Stadt wird das sicherlich nicht tun. Vielleicht gelingt es ihm ja, den ein oder anderen zu überzeugen. Getreu dem Satz eines Gurus des kreativen Denkens, Edward de Bono, auf dem heutigen Kalenderblatt: „Wenn du nie eine Meinung änderst, weshalb hast du dann eine?“


(GZ-6-10)

sabrina_unterschrift.jpg

 
 

GZ - Kolumne

Stefan Rößle
Regionale
Wohnungsknappheit 
>>
rle_stefan

GZ-Sonderdruck

GZ-Sonderdruck

GZ-Sonderbeilagen PDF-Downloads:

Bayerischer Sparkassentag 2012
Sonderdruck zum Sparkassentag in Amberg >>


Unternehmerkonferenz 2012 der bayerischen Sparkassen
Die GZ-Dokumentation als Download >>

112. Verbandstag der bayerischen Genossenschafts-
organisation
Der 12-seitige GZ-Sonderdruck als Download >>

Energetische Gebaeudesanierung
8-seitiges Spezial zum Thema "Wachstumsmarkt Energetische Gebäudesanierung" >>

Mobilfunk der vierten Generation
GZ-Sonderdruck zum Hochgeschwindigkeits Internet über Mobilfunk >>


Weitere Sonderdrucke der GZ finden Sie hier >>

GZ-Archiv

Das GZ Online-Archiv umfasst mehr als 200 Online-Ausgaben und Downloads der Bayerischen Gemeindezeitung aus über 9 Jahrgängen.
>> Zum Archiv



spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB