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Glasfaser bis in den Dorfkern: High-Speed-Internet auf dem Lande
GZ-18-2012
Donnerstag, den 04. Oktober 2012 um 03:00 Uhr
Es war ein harter Weg, bis die Gemeinde Langerringen im Landkreis Augsburg pfeilschnelles Internet bekam. Jetzt wird das World Wide Web dort über Glasfaser in Gigabit-Speed in die Dorfkerne geführt und über VDSL-Kupferlitzen weiter in die Häuser von Ämtern, Firmen und Familien verteilt.

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Der Erste Bürgermeister von Langerringen, Konrad Dobler, suchte nicht die billigste, sondern die wirtschaftlichste und zukunftstauglichste Internet-Infrastruktur. Red


In den Jahren 2004 bis 2010 häuften sich die Klagen von Firmen und Familien über das langsame Internet in der Gemeinde Langerringen. Viele der insgesamt  3.800 Einwohner bekamen keine 600 kbit/s; niemand hatte mehr als 1 bis 2 Mbit/s.

Im April 2006 äußerte die Telekom ihr Bedauern, dass ihr T-DSL Netz in Langerringen „wegen der hohen Leitungslängen gewissen Einschränkungen unterliegt“. Für die unterversorgten Gemeindegebiete außerhalb der T-DSL Reichweite empfahl die Telekom seinerzeit ihr kurzfristig verfügbares „T-DSL via Satellit“, das im April 2006 über eine Downloadgeschwindigkeit von 1024 Kbit/s und einer echten Flatrate zum Festpreis verfügte.

Ein weiteres Angebot des ehemaligen Monopolisten zwei Jahre später, in dem der Gemeinde eine Mindest-Bandbreite von 6 Mbit/s in Aussicht gestellt worden sind, beurteilten die Gemeindeoberen – auch unter Berücksichtigung eines zu übernehmen Kostenanteils von über 300.000 Euro – als nicht zeitgemäß.

Bedarfsanalyse für die Breitbandinitiative Bayern

Der Erste Bürgermeister von Langerringen, Konrad Dobler, ernannte darauf hin den Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Langerringen, Franz Wilhelm, zum regionalen Breitbandpaten. Der Breitbandpate einer Kommune ermittelt den Bedarf nach Internet-Anschlüssen vor Ort möglichst genau und verbindlich, und trägt die gewonnenen Daten in das Breitbandportal www.breitband.bayern.de der Breitbandinitiative Bayern ein.

Die systematische Befragung der örtlichen Gewerbebetriebe ließ einen Bedarf von mindestens 6 bis 10 Mbit/s erkennen.

Auswahl-Marathon

Am Ende schafften es fünf Firmen in das so genannte Markterkundungs- und Auswahlverfahren: Sie schlugen der Gemeinde höchst unterschiedliche Lösungskonzepte vor: Breitband via WLAN-Ortsverteiler, Komplettausbau mit VDSL-DSLAMs, Symmetrische G.SHDSL-Versorgung über gebündelte Kupferleitungen sowie eine hybride Glasfaser-Kupfer-Infrastruktur der Gattung Fiber-to-the-Curb, kurz FttC.

LEW TelNet mit M-net: Fiber-to-the-Curb

Den Zuschlag erhielt das gemeinsame FttC-Angebot der LEW TelNet GmbH und der M-net Telekommunikations GmbH. Es verlangte zwar die höchste Zuzahlung von 493.500,- Euro, erschien den Entscheidern in der Gemeinde aber als zukunftstauglich. Besonders beeindruckte die hohe Zuführungsbandbreite per Glasfaser von 1 Gbit/s, der VDSL2-Ausbau, die flächendeckend buchbaren Bandbreiten von 25 Mbit/s, die Bandbreite von 50 Mbit/s im DSLAM-Nahbereich, sowie das Betriebs- und Service-Konzept.

100.000 Euro Zuschuss für den Breitbandausbau

Die Regierung von Schwaben unterstützte den Ausbau mit der maximalen Fördersumme von 100.000 Euro an Mitteln aus dem Konjunkturpaket II für Investitionsmaßnahmen zur Breitband-Erschließung. Langerringen musste am Ende also knapp 400.000 Euro aus eigenen Mitteln für eine hochmoderne Internet-Infrastruktur aufbringen. Einen weiteren Löwenanteil, der für das neue Netz notwendigen Investitionen, haben die beiden Partner LEW TelNet und M-net beigesteuert.

Netzbasis

Der Breitband-Ausbau begann im Sommer 2010 und war im Sommer 2011 abgeschlossen. Basis des Netzes sind rund 19 Kilometer neue Glasfaser- und Kupferleitungen. Sie wurden zu insgesamt 15 Kabelverzweigern (KVZ) herangeführt. Darüber hinaus installierte M-net mehrere sogenannter Multifunktionsgehäuse, in der die hochmoderne Technologie zur Realisierung von glasfaserbasierten Anschlüssen installiert ist.

Praxismessungen

Im September 2012 wurde die Internet-Geschwindigkeit im Fiber-to-the-Curb-Netz in Langerringen im Rathaus und einem Gewerbebetrieb gemessen. Im Rathaus brachte der Laptop spontan 51,11 Mbit/s Download und 4,86 Mbit/s Upload bei exzellenten 8 Millisekunden Pingtime.

Die Firma RLB Rohrleitungsbau Bischof GmbH in Langerringen nutzt die moderne Glas-faser-Kupfer-Infrastruktur seit Sommer 2011. Auf dieser Infrastruktur wird Internet und Telefonie-over-IP von M-net aus München angeliefert. Bei RLB brachte der Laptop spontan 51,17 Mbit/s Download und 4,86 Mbit/s Upload bei 15 Millisekunden Pingtime. Red

GZ-18-12

 

 

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