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Energienutzungsplan für den Markt Welden
GZ-14-2012
Mittwoch, den 25. Juli 2012 um 03:00 Uhr

Ohne einen Energienutzungsplan ist die Energiewende auf kommunaler Ebene nicht möglich, ist sich Bürgermeister Peter Bergmeir sicher. Aus diesem Grund erstellte der Markt Welden in den vergangenen Monaten einen Energienutzungsplan (ENP). Dieser wurde mit einer Zuwendung von 50 % durch das bayerische Wirtschaftsministerium gefördert.


Der Markt Welden wird durch den ENP in die Lage versetzt, die Umsetzung von darauf aufbauenden Teilkonzepten und Maßnahmen gezielt zu koordinieren und Fachplaner mit der Detail- bzw. Ausführungsplanung zu beauftragen. Auch können Einzelvorhaben von Investoren sinnvoll in das angestrebte energetische Gesamtkonzept eingebaut werden. „Letztlich kann der Umstieg auf erneuerbare Energien koordiniert und somit auch schneller erfolgen. Ein Wildwuchs an unkoordinierten Einzelmaßnahmen soll nach Möglichkeit verhindert werden.“, so Dipl.-Ing. Stefan Steinbacher vom gleichnamigen Büro aus Neusäß, welches die Untersuchungen und Ausarbeitungen durchgeführt hat. Ebenfalls soll eine positive Wirkung auf die Bürger entstehen und somit das Bewusstsein für den Einsatz erneuerbarer Energien auch im privaten Umfeld gestärkt werden.

Peter Bergmeir zeigt sich begeistert vom Energienutzungsplan, der vermutlich  erstmals in Bayern in einem solch hohen Detaillierungsgrad erstellt wurde. „Die Besonderheit unseres Energienutzungsplans ist die Tatsache, dass er auf Basis eines Geografischen Informationssystems (GIS) erstellt wurde“. Durch die Verarbeitung der erhobenen Daten im GIS ist eine Verschneidung aller Informationen und somit eine ganzheitliche zur Verfügungsstellung gegeben. Ebenfalls können die erhobenen Daten während aber auch nach der Projektbearbeitung wesentlich einfacher aktualisiert werden. Über das GIS wird auch auf die sogenannten WMS (Web Map Service) Dienste zugegriffen. Diese WMS Dienste stellen übergeordnete Geodaten wie z. B. den Windatlas Bayern zur Verfügung. Diese werden mit den individuellen Daten der Gemeinde verschnitten, wodurch die Aussagen und Konzepte an Schärfe gewinnen.

Datenerfassung

Die Basis des ENP Welden bildete die Aufnahme des Istzustands. So wurden gebäudespezifische Informationen zum Wärmebedarf, zur technischen Ausstattung sowie zum Gebäude an sich erhoben. Auch wurden alle Anlagen die Energie erzeugen aufgenommen. Die Datenerfassung sowie deren Darstellung erfolgt gebäudebezogen innerhalb des Energieatlas. Aus Gründen des Datenschutzes werden die Informationen bei einer Veröffentlichung anonymisiert. Gebäudebezogen liegen die Daten nur im GIS und der hinterlegten Datenbank in der Gemeindeverwaltung vor. Der Vorteil eines GIS gestützten ENPs ist, dass die Daten relativ einfach berechnet und entsprechend visualisiert werden können.

Des Weiteren wurden die im Markt Welden bestehenden Potenzial der erneuerbaren Energien ermittelt. So bestehen insbesondere enorme Potenziale an Photovoltaik/Solarthermie sowie aufgrund des Waldreichtums und großer holzverarbeitender Betriebe große Potenziale an (Rest)Holz. Biogas, Wind und Wasserkraft spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Derzeit dominiert im Wärmebereich Heizöl mit einem Anteil von rund 50 %, unter den erneuerbaren Energien nimmt Holz mit gut 15 % die Spitzenposition ein.

Insgesamt kann rund die Hälfte des derzeitigen Wärmebedarfs bzw. gut zwei Drittel des derzeitigen Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Ebenso wurden für jedes Wohngebäude die Energieeinsparpotenziale ermittelt. Es stellte sich heraus, dass durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen der Wärmebedarf im Markt Welden um ca. ein Drittel gesenkt werden kann. In diesem Fall könnten rund 70 % des Wärmebedarfs durch vor Ort erzeugte, erneuerbare Energien gedeckt werden. „Es ist wichtig, dass das Wertschöpfungspotenzial in der Gemeinde genutzt wird. Das Geld sollte in der Region bleiben und nicht an große Konzerne oder ins Ausland abfließen“ betont Steinbacher.

Anhand der in der Bestands- und Potenzialanalyse erfassten Daten wurden speziell an die vor Ort herrschenden Verhältnisse angepasste Energiekonzepte erarbeitet. Ziel war es, die vorhanden Potenziale möglichst effizient zu nutzen. Für die Entscheidung, welche Gebiete beispielsweise zentral über ein Wärmenetz versorgt werden sollen, ist nicht nur ein ausreichend hoher Wärmebedarf maßgebend, sondern auch der Bestand der Heizungsanlagen sowie mögliche Heizzentralen bzw. Wärmequellen. Auf Grundlage der verwendeten GIS-Plattform konnten die verschiedenen Informationen sehr einfach miteinander verglichen und somit bestmögliche Energiekonzepte erarbeitet werden.

Insgesamt wurden für das Gemeindegebiet vier Gebiete identifiziert, welche sich besonders für ein Nahwärmenetz eignen. Im Anschluss wurden die entwickelten Konzepte und Nahwärmenetze hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit, ihrer Umweltauswirkungen und einer möglichen Energieautarkie bewertet. Es stellte sich z.B. heraus, dass alle vier Nahwärmnetze selbst bei einem relativ geringen Anschlussgrad deutlich wirtschaftlicher sind, als die bestehenden Heizungsanlagen. Zuletzt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein konkreter Maßnahmenkatalog erarbeitet. So soll u.a. ein Energieausschuss gegründet, ein Solardachkataster erstellt und eine stillgelegte Wasserkraftanlage wieder in Betrieb genommen werden. Zudem soll die Gemeinde mit möglichen Wärmelieferanten und -abnehmern Kontakt aufnehmen und die vorgeschlagenen Wärmenetze zur Umsetzung bringen.

Arbeitsmedium

Der ENP auf GIS-Basis stellt letztlich eine Informationsplattform sowie ein Arbeitsmedium dar, welches das Treffen von Entscheidungen bezüglich der zukünftigen Energieversorgung im Gemeindegebiet stets auf der aktuellsten Datengrundlage erlaubt. Um stets auf einen aktuellen Bestand zurückgreifen zu können, werden alle Informationen kontinuierlich gepflegt und fortgeschrieben. Die Datenpflege der gebäudespezifischen Informationen wird deshalb ähnlich wie bei einem Kanal- oder Straßenkataster fortlaufend erfolgen. Red

GZ-14-12

 

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