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Energiewende: Eine Aufgabe für die Kommunen |
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Mittwoch, 4. Juli 2012 |
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Liebe Leserinnen
und Leser,
kein Zweifel: Die Energiewende wird tiefgreifende energiepolitische Veränderungen mit sich bringen. Bereits zum Jahr 2022 soll im Freistaat der Ausstieg aus der Atomenergie komplett abgeschlossen sein. Der durch Kernenergie erzeugte Anteil an Strom ging deutschlandweit bereits von 22,4 % in 2010 auf 17,7 % im Jahr 2011 zurück. Alternativen in der Stromerzeugung werden daher immer wichtiger. In Bayern sollen nach den Planungen der Staatsregierung insbesondere Wind- und Wasserkraft sowie neue Gaskraftwerke die entstandenen Lücken schließen.
Dabei kann nicht die Nutzung regenerativer Energien das Ziel an sich sein. Es geht darum, mit Hilfe eines ökologisch verträglichen, nachhaltigen und preislich wettbewerbsfähigen Energiemixes CO2 zu sparen, einen Beitrag zur Klimaschonung zu leisten und ein Beispiel für andere Länder zu geben, dass eine Energiewende möglich ist.
In Rosenheim haben wir uns mit einem Energiekonzept
unserer Stadtwerke auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet.
Nach diesem Konzept soll Rosenheim bis 2025 eine neutrale CO2-Bilanz
aufweisen.
Stadt und Stadtwerke setzen auf eine Vierfach-Strategie aus
intensiviertem Einsatz der Fernwärme, Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung,
Wärmedämmung im Gebäudebestand sowie den Einsatz von regenerativen
Energien wie Holzvergasung in großtechnischer Anwendung und den
sinnvollen Einsatz von Biomasse, Photovoltaik und Solarthermie.
Die Wärme für das Rosenheimer Fernwärmenetz wird in Kraft-Wärme-Kopplung
unter Einsatz von Gas, Biogas, Holz und Müll erzeugt. Bei einem
zertifizierten Primärenergiefaktor von 0,0 brauchen wir für die
Beheizung der mit Fernwärme versorgten Häuser keinen zusätzlichen
Einsatz von Primärenergie. Gegenüber 1990 konnten wir daher durch den
seither erfolgten Fernwärme-Ausbau den CO2-Ausstoß im Hinblick auf den
gesamten Rosenheimer Energiebedarf bereits um ein Drittel senken. Ziel
bis 2025 ist es, 55 % des gesamten Wärmebedarfs der Stadt durch
Fernwärme zu decken. Mit der neuesten Generation an Gasmotoren erreichen
wir einen Gesamt-Wirkungsgrad von knapp 90 %. Zum Vergleich: Moderne
Kraftwerke kommen auf rund 50 %.
In Zeiten zunehmender Netzschwankungen und absehbarer
Versorgungsengpässe in kalten Wintermonaten wird die gesicherte
Netzstabilität zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standortfaktor. Ziel
der städtischen Energiepolitik ist es, auch die Stromlastspitzen in
Rosenheim mit eigener Erzeugung sicherstellen zu können.
Die Energiewende braucht kommunale Anpassungsstrategien. Rosenheim ist vorbereitet.
Ihre Gabriele Bauer
(GZ-13-2012)
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