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Social Media für Kommunen Drucken E-Mail
Freitag, 22. Juni 2012
Von Dr. Andreas Bachmeier, wbpr_Kommunikation

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Dr. Andreas Bachmeier. Red

Das Web 2.0 verändert unser heutiges Verständnis von Information und Kommunikation grundlegend. Wir sind es gewohnt, zu jederzeit an alle für uns wichtigen Fakten zu gelangen. Diskussionen verlagern sich vom privaten oder halböffentlichen Raum vollständig in die Öffentlichkeit. Voraussetzungen zur Teilnahme an solchen Diskussionen existieren im Internet kaum. Jeder kann zu jedem Thema seine Meinung äußern, rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag. Die sozialen Medien verändern so auch die Kommunikation zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik. Immer lauter werden Forderungen nach mehr Bürgernähe, mehr Transparenz und mehr Partizipation am politischen Prozess – gerade auf kommunaler Ebene. Facebook, Twitter, Youtube & Co können mit der richtigen Strategie dazu beitragen, Bürger und Verwaltung näher zusammen zu bringen. Aber: Social Media ist kein Muss. Für Städte und Gemeinden gilt es hier genau abzuwägen, zwischen größerer Bürgernähe auf der einen und Verwaltungseffizienz auf der anderen Seite.


Social Media bedeutet Kommunikation. Und Kommunikation ist eine zentrale Aufgabe von Städten und Gemeinden. Zwar ist mit Blick auf die Möglichkeiten des Internets immer von den Medien der Zukunft die Rede. Soziale Netzwerke, Foren und Blogs gehören aber längst zum Alltag vieler Bürger. Zu den Nutzern zählen nicht nur junge Menschen – das World Wide Web verändert auch die Mediengewohnheiten der „Generation 50+“.

Zahlreiche Vorteile

Die Vorteile, die sich Städte und Gemeinden durch einen interaktiven Netzauftritt verschaffen können, sind zahlreich. Das Potenzial liegt vor allem darin, komplizierte Verwaltungsvorgänge, Planungsprozesse und Vorhaben prägnant und für jedermann verständlich darzustellen. Gleichzeitig wird den Bürgern die Möglichkeit geboten, sich durch Kritik, Lob und Vorschläge in konkrete Projekte einzubringen. Positiver Nebeneffekt: Der bislang eher anonyme Verwaltungsapparat erhält durch die Interaktion mit den Bürgern ein Gesicht.

Trotz deutlicher Fortschritte sind viele Städte und Gemeinden nach wie vor skeptisch, was ihren Auftritt in den neuen Medien des Web 2.0 angeht. Diese Zurückhaltung ist nicht ganz unbegründet. Ein Plus an Service und Beratung für die Bürger durch Social Media ist nur möglich, wenn dafür die entsprechenden personellen Kapazitäten, die technischen Fähigkeiten und auch die fachlichen Kompetenzen vorhanden sind. Aus Datenschutz- und Datensicherheitsgründen ist der Zugang zum World Wide Web nicht immer und für jeden Verwaltungsmitarbeiter möglich.

Und weil die für den Internetauftritt zuständige Dienststelle die Verantwortung für die Nutzung sozialer Medien trägt, müssen Zuständigkeiten genau bestimmt werden. Dabei kann nicht jede Stadt oder Gemeinde auf internetaffine Mitarbeiter zurückgreifen, die sich souverän im Web 2.0 bewegen und mit dessen Gepflogenheiten vertraut sind. Für die schnelle und regelmäßige Bearbeitung der Inhalte ist das aber unbedingt Voraussetzung.

„Regelmäßig“ ist auch das Stichwort für eine weitere Herausforderung. Denn Social Media bedeutet Dialog statt einseitiger Information. Die Selbstdarstellung der Städte und Gemeinden erfordert laufende Pflege und Betreuung. Der Vorteil von Social Media – Schnelligkeit und Aktualität – ist mit einem nicht zu unterschätzendem Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Bürgeranfragen wollen schnell beantwortet sein, Kritik muss umgehend entschärft werden.

Zusätzlicher Aufwand

Social Media ist kein Ersatz für personenbezogene Sachbearbeitung, sondern ein zusätzlicher Mehraufwand. Das gilt es zu berücksichtigen, bevor sich eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung ins Netz wagt. Verwaltungen können sich aber den etablierten und beliebten Kommunikationsstrukturen der Bürger nicht auf Dauer verschließen. Mit der richtigen Planung kann man Social Media grundsätzlich als Chance begreifen. Entscheidet man sich dafür, bedeutet das aber langfristiges Engagement, hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Aufwand. Denn obwohl das Angebot des Web 2.0 weitgehend kostenlos zur Verfügung steht, bedeutet das nicht, dass dies ein erfolgreicher Auftritt ebenfalls ist.  Red

GZ-12-12

 
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