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Kunststoffrecycling: Biokunststoffe sorgen für große Probleme Drucken E-Mail
Mittwoch, 16. Mai 2012
Im Zusammenhang mit der Kritik der Deutschen Umwelthilfe an Einkaufstüten aus sogenanntem Bioplastik erklärt Dr. Thomas Probst, Kunststoffexperte beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung: „Bioplastik sorgt für große Probleme beim Kunststoffrecycling. Die Biokunststoffe mindern aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung die Qualität der Recyclate.


So führt der Eintrag von Biokunststoffen beim Kunststoffrecycling zu deutlichen Nachteilen. Das Waschwasser verschmutzt erheblich, da die Biokunststoffe hier zerfallen und einen idealen Nährboden für Mikroorganismen bilden. Das Waschwasser muss dann öfter ausgetauscht oder mit einem deutlich größeren Aufwand gereinigt werden.

Darüber hinaus können beim Waschen die herkömmlichen Kunststoffe mit einem Film aus Biokunststoffen überzogen werden, der dann bei den weiteren thermischen Umsetzungsprozessen in die Kunststoffe einbrennt. Die Recyclate werden schwarz und können kaum noch verkauft werden.

Veränderte Stabilität

Gelangen die Biokunststoffe in Kunststoffbauteile, die beim Recycling hergestellt werden, wie beispielsweise Rasengittersteine, Kunststoffpfähle und Kunststoffpaneele oder –bretter, so verändern sie deren Stabilität nachteilig. Wenn vermehrt Bioplastik in Umlauf gebracht wird, müssten diese daher ausgeschleust werden. Das aber würde zu erheblich erhöhten Anlagen- und Verfahrenskosten führen.

Am Ende bleibt dann oft nur noch der Weg in die Müllverbrennung und das ist sicher nicht im Sinne des Umweltschutzes. Um es ganz klar zu sagen: Wir sperren uns nicht gegen Biokunststoffe, aber sind strikt gegen Etikettenschwindel. Für alle Kunststoffarten muss die gleiche Messlatte gelten: Das Recycling, nicht die Verbrennung, muss die erste Verwertungsoption sein.“  Red

GZ-10-12

 
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