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Energiegespräch von erdgas schwaben: Chancenreiche Nutzung nachwachsender Rohstoffe Drucken E-Mail
Donnerstag, 20. Juli 2006
Augsburg (jdt). Hochaktuell und sehr chancenreich nannte Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer von erdgas schwaben bei einer Pressekonferenz in Augsburg die Nutzung von Biomasse als dem „vielseitigstem erneuerbaren Energieträger“. Angesichts des immer schneller steigenden weltweiten Energieverbrauchs, der heute fast doppelt so hoch sei wie zu Beginn der 70er Jahre, komme dem Erdgas - in Verbindung mit dem regionalen Biogaspotential - eine hohe Bedeutung zu.

Dietmayer betonte: „Biomasse kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Energieträger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden.“

165 Städte und Gemeinden

Hervorgehoben wurde zudem der stark wachsende Rang von Erdgas Schwaben als „Partner der Kommunen“. Von Erdgas Schwaben, das im Frühjahr 1952 gegründet wurde, würden heute 165 Städte und Gemeinden mit der umweltschonenden Energie Erdgas versorgt, registrierte Geschäftsführer Dietmayer. Die Nachfrage steige weiter. Zum Vergleich: 1995 waren es 113 angeschlossene Kommunen, vor 20 Jahren 62. Über ein etwa 4700 Kilometer langes Leitungsnetz werden rund 75.000 Hausanschlüsse versorgt. Zu den Kunden gehören das Dominikus- Ringeisen-Werk in Ursberg, der große Freizeit- und Erlebnispark Legoland in Günzburg und Schloss Neuschwanstein.

Klimaschutz im Konzept

Vor dem Hintergrund der beständig zunehmenden Energienachfrage mit der Folge immer höherer Energiepreise und der Zunahme von Emissionen von Treibhausgasen ging Dietmayer auf die Notwendigkeit der Sicherung der Energieversorgung auch in Schwaben ein: „Unter den fossilen Brennstoffen ist Erdgas die Energie, die die geringsten CO2-Emissionen zu verzeichnen hat. Auf dieser Basis gehen unsere Bestrebungen für die Energieversorgung der Zukunft in Richtung eines Konzeptes, das Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise miteinander verknüpft.“

Anbau von Energiepflanzen

Zu den vorrangigen Zielen von erdgas schwaben gehört laut Dietmayer der Abbau einer zu starken Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland und anderen Ländern. In Partnerschaft mit der Landwirtschaft sollten nachwachsende Rohstoffe für die Produktion von Erdgas genutzt werden, mit zur Verfügung stehenden Aufbereitungsmöglichkeiten: „Durch den Anbau so genannter Energiepflanzen wie Roggen und Mais, die ausschließlich zur energetischen Verwendung angebaut werden, aber auch durch die energetische Nutzung von Holz als Bio-Erdgas, bieten sich neue, effektive und wegweisende Nutzungsmöglichkeiten.“

Ausgereifte Technik

In Bayern und gerade auch in Bayerisch-Schwaben gebe es günstige Voraussetzungen für die Erzeugung von Gas aus nachwachsenden Rohstoffen, erklärte Geschäftsführer Dietmayer. Im Regierungsbezirk Schwaben könnten nach soliden Berechnungen in rund 15 Jahren 20 bis 25 Prozent des Gas-Verbrauches in der Region produziert werden. Für den Transport stünden die schon vorhandenen Erdgas- Leitungen zur Verfügung. Das Bio-Gas werde zur Einspeisung in das Erdgas-Netz auf Erdgas-Qualität aufbereitet. Die Technik zur Aufbereitung des Rohbiogases zu Biomethan sei ausgereift und stehe jetzt schon zur Verfügung.

Steigender Biogasanteil

Dem Argument, dass zur Zeit die Produktion einer Kilowattstunde Biogas etwa 6 bis 8 Cent koste und damit noch rund dreimal so hoch wie die Importpreise für Erdgas begegnete Dietmayer mit dem Blick auf langfristige Entwicklungen. Bei einer gezielten und effizienten Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, einer anhaltend günstigen Energiepolitik und konkurrenzfähigen Produktionskosten sei bis zum Jahr 2030 ein Biogasanteil von etwa 100 Milliarden kWh pro Jahr denkbar, was 10 Prozent des jetzigen Erdgas-Absatzes in Deutschland entspreche.

Bayern Spitzenreiter

Spitzenreiter unter den Bundesländern bei den technischen Biogaspotenzialen ist der Freistaat (15.135 Millionen kWh/a) vor Niedersachsen (13.719 Millionen kWh/a), Nordrhein-Westfalen (8.790 Millionen kWh/a), Baden- Württemberg (6.234 Millionen kWh/a) und Schleswig-Holstein (4.052 Millionen kWh/a). Hingewiesen wurde auf günstige gesetzliche Rahmenbedingungen der Förderung ökologisch sinnvoller Energietechniken im Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG) und durch erdgas schwaben.

Zwei Großprojekte

 Im südlichen Landkreis Augsburg, im Bereich von Schwabmünchen, und im Raum Nördlingen gingen, wie der Geschäftsführer ankündigte, größere Anlagen zur Produktion von Gas aus nachwachsenden Rohstoffen in absehbarer Zeit in Betrieb. Rund 50 Bauern konnten im Kreis Augsburg als Partner gewonnen werden. erdgas schwaben rechnet jeweils mit Kosten von 1.5 bis zwei Millionen Euro. Weitere Anlagen sollen folgen. Dietmayer machte auf besondere Anstrengungen aufmerksam, bei der von außen kommenden Preisentwicklung zugunsten der Kunden Einfluss zu nehmen. Das Bestreben sei, „Platzhirsch zu bleiben“. �� (GZ-14-06)

 
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