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Straßenreinigung und Winterdienst auf der IFAT ENTSORGA 2012: Schnee, Staub und Lärm besser im Griff Drucken E-Mail
Sonntag, 22. Januar 2012
Branche reagiert mit Innovationen auf neue Herausforderungen

Straßenreinigung und Winterdienst sind Traditionsthemen auf der IFAT ENTSORGA. Bei der nächsten Ausgabe der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, die vom 7. bis 11. Mai 2012 in München stattfindet, belegt der Bereich rund um Straßenreinigung und Winterdienst gut 20.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die Branche wird damit zur kommenden Veranstaltung wieder nahezu vollständig in München vertreten sein.


Der schneereiche und lang andauernde Winter 2010/11 geriet für die deutschen Kommunen sowie Autobahn- und Straßenmeistereien zum Stresstest: Engpässe in der Streumittelversorgung und in der Verfügbarkeit von Räumfahrzeugen sowie beim Personal machten deutlich, dass dem Winterdienst hierzulande wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Schneepflüge mit zuschaltbarer Auswurfsperre


Beispielsweise sind bei den Schneepflügen und -fräsen Lösungen gefragt, die auch bei großen Schneemengen und komplexen Straßenbedingungen effizient arbeiten. „Für viele Anwender interessant sind unter anderem Schneepflüge mit zuschaltbarer Auswurfsperre“, so ein Fachmann des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), einer der ideellen Träger der IFAT ENTSORGA. Die Vorrichtung helfe, Kreuzungsbereiche und Haltestellen von Schneewällen freizuhalten - Gefahrensituationen würden so vermieden. Daneben können – vor allem in Nebenstraßen mit festgefahrenen Spuren – weiterentwickelte Schneepflüge mit beweglichen Segmenten oder sich an die Oberfläche anpassenden Schürfleisten das Räumungsergebnis verbessern.

Einsatz von Streusalz


Beim Einsatz von Streusalz stehen die Mengenreduzierung und mehr Präzision bei der Dosierung im Mittelpunkt der Entwicklung. Seit geraumer Zeit hat Feuchtsalz das Trockensalz ersetzt. Hinzu kommt mehr und mehr die so genannte Flüssigstreuung, insbesondere beim vorbeugenden Streueinsatz. Feuchtsalz- und Flüssigstreuung gewährleisten einen geringeren Streusalzverbrauch und eine exaktere Ausbringung. „Der Markt hält sowohl kombinierte Streuer bereit, bei denen zwischen Flüssig- und Feuchtsalzstreuung gewählt werden kann, als auch reine Flüssigstreuer, die eine schnelle, großflächige, vorbeugende und sehr salzsparende Streuung ermöglichen“, heißt es aus dem VKU. Speziell für die Flüssigstreuung wird mit der Präsentation neuer Modelle auf der IFAT ENTSORGA 2012 gerechnet.

GPS-Systeme

Für die rechtssichere Erfassung, Dokumentation sowie Abrechnung von Winterdienstleistungen nutzen heute fast alle Kommunen und sonstige Leistungsträger GPS-Systeme. Sie zeichnen automatisch Streustrecke, Räumaktivität und Streumenge auf. Auch hier gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Von den anstehenden neuen Geräte- und Softwaregenerationen erwarten sich die Anwender eine generelle Vereinfachung der Systeme sowie speziell eine Reduzierung des betrieblichen Aufwands bei ihrer Einführung.

Emissionsreduzierung

Bei der Straßenreinigung ist die Emissionsreduzierung eine zentrale Aufgabe der technologischen Weiterentwicklung - und zwar sowohl in punkto Lärm als auch in punkto Feinstaub. Durch Elektromotoren kann der Fahrantrieb vieler Kehrmaschinen in anspruchsvollen Revieren sehr leise ausgelegt werden. „Um allerdings in den Innenstädten und Wohngebieten auch zu lärmsensiblen Zeiten arbeiten zu können, müssen zudem die Geräusche aus dem Saugbetrieb noch weiter reduziert werden“, betont der VKU.

Zusätzlich zur Lärmreduzierung ist die Verbesserung der Partikelemissionen ein wichtiges Thema. Maschinen mit Gas- und Dieselantrieb, die die Euro-Normen 5 und 6 erfüllen, haben auch im Kehrmaschinenbereich mit vielen neuen Produkten Einzug gehalten. Allerdings kann auch der Kehrsaugbetrieb eine bedeutende Feinstaubquelle sein. Mögliche Lösungen sind die Befeuchtung des Kehrguts beim Kehrvorgang und innerhalb des Kehrbehälters sowie leistungsfähige, wartungsarme Filtereinheiten im Kehrbehälterauslass.

EUnited PM10 Test

Der Herstellerverband EUnited Municipal Equipment, in dem europäische Kehrmaschinenproduzenten vertreten sind, hatten schon im Jahr 2006 mit dem „EUnited PM10 Test“ ein Testverfahren etabliert, das die Staubentwicklung beim Kehren durch unterschiedliche Fabrikate vergleichbar macht. In den letzten drei Jahren hat der Verband mit dem kanadischen Prüfinstitut PAMI, das auch den bekannten Kalifornien-Feinstaubtest entwickelt hat, das Verfahren grundlegend überarbeitet.

Die neue Methode hilft, die Messdaten unabhängig von Witterungsbedingungen noch exakter zu erfassen. Nach Angaben von EUnited Municipal Equipment hat das Prüfungs- und Zertifizierungsunternehmen SGS bereits viele Kehrmaschinenmodelle nach dem neuen Verfahren getestet. Der Herstellerverband plant, den Test den Kunden auf der IFAT ENTSORGA 2012 vorzustellen.
Red

GZ-01/02-2012

 
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