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Was zeichnet eine kinderfreundliche Gemeinde aus? Drucken E-Mail
Freitag, 5. Mai 2006

Fachtagung im Erdinger Landratsamt:

Wie lassen sich die Bedürfnisse Jugendlicher in der gemeindlichen Planung berücksichtigen? Was bringt Bürgerbeteiligung? Diese und zahlreiche andere Aspekte rund um das Thema „Integration durch eine kinder- und jugendfreundliche Planung und Beteiligung in den Gemeinden“ diskutierten zahlreiche Kommunalpolitiker und weitere Fachleute im Landratsamt Erding.

Zu der Fachtagung eingeladen hatten das Landratsamt Erding, der Kreisjugendring, die Katholische Jugendstelle und die Offene Jugendarbeit der Stadt Erding. Im Mittelpunkt der von Kreisjugendpflegerin Angelika Klarl-Sigl moderierten Veranstaltung standen zwei Vorträge, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten: Günter Beltzig, Architekt aus Pfaffenhofen/Ilm, stellte praktische Gesichtspunkte in den Vordergrund und erläuterte anhand von Fotos, was für Kinder und Jugendliche wichtig ist: Rückzugsmöglichkeiten, mehrere dezentrale attraktive (Spiel-) Plätze, farbig gestaltete und dadurch sich selbst erklärende Wege etwa.

Das Terrain erorbern

„Kinder können heute nichts mehr unbeobachtet und ohne Erlaubnis der Eltern machen“, monierte Beltzig. Patentrezepte habe er keine, aber einen Bauwagen als Treffpunkt für Jugendliche beispielsweise halte er für „eine hervorragende Sache“. Der Planer, der bereits in Ingolstadt an wegweisenden Projekten beteiligt war, betonte, dass auch Kinder „sich erst integrieren müssen“. Insofern sollte man ihnen auch die Chance geben, sich ihr Terrain zu erobern. Die konkrete Konzeption für eine umfassende Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen stellte anschliessend Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter vor. Er erzählte, wie sich aus einzelnen Ideen und Initiativen im Laufe der Jahre ein speziell auf Taufkirchen zugeschnittenes Konzept entwickelt hat, das auf Vernetzung der vorhandenen Einrichtungen abzielt, auf „kurze Wege für alle“. Dieser Grundgedanke wurde mit dem neu gebauten Kinder- und Jugendhaus auch baulich verwirklicht. Hofstetter betonte, dass es dabei nicht um ein Gegeneinander von Erziehung im Elternhaus einerseits und Betreuung in den entsprechenden Einrichtungen andererseits gehe, sondern um ein Neben- und Miteinander. Beides müsse sich ergänzen.

Sensibilisierung der Teilnehmer

Die Bilanz der Veranstalter stellte sich als durchaus positiv dar: Die Teilnehmer seien noch einmal sensibilisiert worden für das aktuelle Thema Integration, das sich schließlich nicht nur auf Migranten beziehe, sondern auch für Neubürger allgemein oder eben Kinder und Jugendliche von zentraler Bedeutung sei, erklärte die Leiterin des Erdinger Jugendzentrums, Petra Heilmann. Beide Referenten hätten deutlich herausgearbeitet, dass Integration ein längerfristiger Prozess sei, der ohne das Engagement und die Ausdauer von führenden Kräften und Bürgern im Ort wohl nur schwer gelingen könne, fügte Martine Driessen, Fachkraft für offene Jugendarbeit beim Kreisjugendring, hinzu.

Das Klima muss stimmen

Wenn darüber hinaus das Klima in einer Gemeinde stimme und das Bewusstsein sowie die Bereitschaft vorhanden seien, Zeit, Geld und Raum in integrative Projekte für Kinder und Jugendliche zu investieren, seien dies die besten Voraussetzungen für eine kinder- und jugendgerechte Gemeinde. Dies werde amBeispiel Taufkirchen positiv sichtbar. DK (GZ-09-06)

 
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